Drahtlose Netzwerke gehören heute zur Standardausstattung jedes Unternehmens. Sie bieten Flexibilität, ermöglichen moderne Arbeitsweisen und sind praktisch unverzichtbar. Gleichzeitig stellen sie eine der am häufigsten unterschätzten Angriffsflächen in der Unternehmens-IT dar. Ein WLAN-Signal endet nicht an der Bürotür. Dieser Artikel zeigt, welche Risiken WLAN-Netzwerke konkret bergen, welche Schutzmaßnahmen wirksam sind und warum WLAN-Sicherheit ein fester Bestandteil jeder Netzwerksicherheitsstrategie sein muss.
Das Wichtigste in Kürze
Warum WLAN-Sicherheit im Unternehmensumfeld besonders wichtig ist
In kabelgebundenen Netzwerken ist der physische Zugang eine natürliche Sicherheitsbarriere. Bei WLAN entfällt diese Barriere. Das Funksignal eines typischen Access Points reicht weit über Bürogrenzen hinaus – in Nachbargebäude, auf Parkplätze und in Treppenhäuser.
Typische Angriffsmethoden auf WLAN-Netzwerke
Evil-Twin-Angriffe
Brute-Force-Angriffe auf WLAN-Passwörter
Man-in-the-Middle-Angriffe
Zugriff über ungesicherte Gäste-WLANs
Angriffe auf IoT-Geräte
Praxishinweis
WLAN-Verschlüsselung: WEP, WPA, WPA2 und WPA3 im Vergleich
| Sicherheitstyp | Bewertung | Empfehlung |
|---|---|---|
| WEP | Veraltet und schnell knackbar | Sofort abschalten |
| WPA (TKIP) | Kritische Schwächen bekannt | Sofort abschalten |
| WPA2 (AES) | Bei korrekter Konfiguration ausreichend sicher | Mindeststandard |
| WPA3 | Aktuellster Standard | Zielzustand |
| WPA2/WPA3 Mixed Mode | Übergang für ältere Geräte | Akzeptabel bei Migration |
Was ist ein RADIUS-Server?
Gäste-WLAN und Netzwerktrennung
Sicheres WLAN im Unternehmen: Konkrete Schutzmaßnahmen
- WPA3 oder mindestens WPA2 mit AES einsetzen.
- Individuelle Benutzerauthentifizierung über RADIUS einrichten.
- Gäste-WLAN konsequent vom internen Netz trennen.
- IoT-Geräte in ein separates Netzwerksegment auslagern.
- Starke und einzigartige WLAN-Passwörter verwenden.
- WLAN-Reichweite reduzieren.
- Verbundene Geräte regelmäßig überprüfen.
- WLAN-Infrastruktur in Sicherheitsaudits einbeziehen.
Hinweis zu Standard-Routern
WLAN-Monitoring: Sicherheit ist kein einmaliger Zustand
WLAN-Sicherheit professionell überprüfen
WLAN-Sicherheit als Teil einer ganzheitlichen Strategie
- Analyse und Bewertung der bestehenden WLAN-Infrastruktur
- Empfehlung und Implementierung geeigneter Verschlüsselungsstandards
- Einrichtung von Netzwerksegmentierung und Gäste-WLAN-Trennung
- Professionelle Penetrationstests
- Kontinuierliches Monitoring durch eine verwaltete Firewall
- Dokumentation für NIS-2 und DSGVO
WLAN-Sicherheit ist keine Option, sondern Mindeststandard
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der aktuell sicherste WLAN-Sicherheitstyp ist WPA3. Wo WPA3 noch nicht verfügbar ist, gilt WPA2 mit AES-Verschlüsselung als Mindeststandard. WEP und WPA/TKIP sollten nicht mehr eingesetzt werden.
Sehr gefährlich, wenn es nicht konsequent vom internen Netz getrennt ist. Die Lösung ist eine vollständige VLAN-Segmentierung, kontrolliert durch die Firewall.
WPA3 bietet gegenüber WPA2 besseren Schutz gegen Brute-Force-Angriffe, Forward Secrecy und verbesserte Sicherheit für offene Netzwerke. Für neue Installationen ist WPA3 die bevorzugte Wahl.
Der zuverlässigste Weg ist ein professioneller WLAN-Penetrationstest. Dabei werden Passwörter, Netzwerktrennung, Evil-Twin-Risiken und Zugriffe auf interne Ressourcen aus Angreifersicht geprüft.
Ja. NIS-2 verlangt geeignete technische Maßnahmen zur Sicherung von Netz- und Informationssystemen. Dazu gehören auch dokumentierte WLAN-Sicherheitskonfigurationen, Netzwerksegmentierung und regelmäßige Überprüfungen.


