Fast jedes Unternehmen hat eine Firewall im Einsatz, oft ohne genau zu wissen, was sie eigentlich tut. Eine Firewall ist die grundlegendste technische Schutzmaßnahme gegen Angriffe aus dem Internet, gleichzeitig aber auch eine der am meisten missverstandenen. Viele verlassen sich darauf, ohne zu wissen, wovor sie eigentlich schützt und wovor nicht. Dieser Artikel erklärt, was eine Firewall genau macht, welche Arten es gibt und worauf Unternehmen bei der Absicherung ihres Netzwerks achten sollten.
Kurzgefasst:
Was ist eine Firewall? Definition und Grundprinzip
Eine Firewall ist ein System, das den Datenverkehr zwischen zwei Netzwerken überwacht und nach festgelegten Regeln filtert, in der Praxis meist zwischen dem internen Unternehmensnetzwerk und dem Internet. Jedes Datenpaket, das diese Grenze passieren will, wird geprüft. Entspricht es den Regeln, kommt es durch. Andernfalls wird es blockiert.
Das Grundprinzip ist damit simpel. Nicht jeder darf einfach so rein oder raus. Ohne Firewall wäre jeder Rechner im Unternehmensnetzwerk direkt und ungeschützt aus dem Internet erreichbar, ähnlich wie ein Haus ganz ohne Tür.
Firewall Bedeutung: Woher der Begriff kommt
Der Begriff Firewall stammt ursprünglich nicht aus der IT, sondern aus dem Brandschutz. Eine Firewall, wörtlich Feuerwand, war ursprünglich eine feuerfeste Wand, die verhindern sollte, dass sich ein Brand von einem Gebäudeteil auf den nächsten ausbreitet.
Die Computertechnik hat diesen Begriff in den 1980er-Jahren übernommen, weil das Prinzip identisch ist. So wie eine Brandschutzwand die Ausbreitung von Feuer stoppt, soll eine IT-Firewall die Ausbreitung von unerwünschtem oder gefährlichem Datenverkehr stoppen. Die Analogie trifft es erstaunlich gut, auch wenn die Technik heute weit über die ursprüngliche einfache Wand-Idee hinausgeht.
Firewall Arten: Die wichtigsten Typen im Überblick
Nicht jede Firewall funktioniert gleich. Je nach Funktionsweise unterscheidet man mehrere Typen.
Ein Paketfilter ist die einfachste Form. Er prüft einzelne Datenpakete anhand von Absender, Empfänger und Port, ohne den Zusammenhang zwischen den Paketen zu betrachten.
Eine Stateful-Inspection-Firewall geht einen Schritt weiter und verfolgt den Zustand einer gesamten Verbindung, nicht nur einzelne Pakete. Das macht sie deutlich zuverlässiger als einen reinen Paketfilter.
Der aktuelle Standard für Unternehmen ist die Next Generation Firewall, die zusätzlich Funktionen wie Anwendungserkennung, Intrusion Prevention und teils auch Verschlüsselungsanalyse mitbringt.
Perimeter Firewall: Die klassische Firewall-Position
In den meisten Netzwerken sitzt die Firewall an einer ganz bestimmten Stelle, dem Perimeter, also der Außengrenze zwischen dem Unternehmensnetzwerk und dem Internet. Die Perimeter-Firewall ist wie eine Mauer und ein Tor für eine Burg. Sie kontrolliert scharf, wer von außen hereinkommt, sieht aber nicht, was innerhalb der Mauern passiert.
Genau das ist die Grenze des klassischen Firewall-Konzepts. Ist ein Angreifer einmal drin, findet er innerhalb des Netzwerks oft kaum noch Widerstand. Daher wird empfohlen eine Netzwerksegmentierung vorzunehmen um verschiedene, unabhängige Netzwerke voneinander zu isolieren.
Praxishinweis:
Firewall Hardware: Appliance statt Software
Eine Firewall kann als eigenständige Hardware, eine sogenannte Appliance, oder als Software auf einem bestehenden Server laufen.
Eine Hardware-Firewall ist ein dediziertes Gerät, das ausschließlich für die Filterung des Datenverkehrs zuständig ist. Der Vorteil liegt in der Performance, da die Hardware speziell für diese Aufgabe ausgelegt ist, und in der klaren physischen Trennung vom restlichen Netzwerk.
Eine Software-Firewall läuft dagegen auf einem vorhandenen Server oder sogar auf einzelnen Endgeräten. Sie ist flexibler und günstiger in der Anschaffung, hängt aber auch von der Leistungsfähigkeit des Systems ab, auf dem sie läuft.
Für Unternehmen mit nennenswertem Datenverkehr ist eine dedizierte Hardware-Firewall in der Regel die robustere Wahl.
Firewall as a Service
Eine neuere Entwicklung ist Firewall as a Service, kurz FWaaS. Statt eine eigene Firewall-Hardware zu betreiben und zu warten, wird die Firewall-Funktion als verwalteter Cloud-Dienst bezogen.
Für Unternehmen, die sich nicht selbst um Wartung, Updates und Konfiguration kümmern möchten, ist das eine attraktive Alternative. Genau diesen Ansatz verfolgen wir mit unserer Managed Firewall-Lösung. Wir übernehmen Einrichtung, Überwachung und Pflege, während sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
Bereit für eine Firewall, die wirklich zu Ihrem Unternehmen passt?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Eine Firewall ist wie ein Türsteher für das Unternehmensnetzwerk. Sie prüft jede Verbindung, die rein oder raus möchte, und lässt nur das durch, was den festgelegten Regeln entspricht. Alles andere wird blockiert.
Eine Firewall kontrolliert, welcher Datenverkehr überhaupt ins Netzwerk gelangt. Ein Virenschutz prüft dagegen Dateien und Programme, die bereits auf einem Gerät liegen, auf Schadsoftware. Beide ergänzen sich und ersetzen sich nicht gegenseitig.
Nein. Eine Firewall schützt die Netzwerkgrenze, aber nicht, was innerhalb des Netzwerks passiert, und auch nicht die einzelnen Endgeräte. Ein vollständiges Schutzkonzept braucht zusätzlich Maßnahmen wie Netzwerksegmentierung, Multi-Faktor-Authentifizierung und aktuellen Virenschutz.
Ja. Die Größe eines Unternehmens spielt für Angreifer meist keine Rolle, viele Angriffe erfolgen automatisiert und ungezielt. Eine Firewall gehört unabhängig von der Unternehmensgröße zur absoluten Grundausstattung der IT-Sicherheit.
Das hängt stark von der Größe des Netzwerks, dem gewünschten Funktionsumfang und davon ab, ob die Firewall als eigene Hardware oder als verwalteter Service bezogen wird. Eine pauschale Zahl lässt sich seriös nicht nennen, eine individuelle Einschätzung ist hier sinnvoller als ein Richtwert von der Stange.


